}
Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
EN NL DE

Else-Otten-Übersetzerpreis 2016

Else-Otten-Übersetzerpreis 2016 geht an Annette Wunschel



Am Samstag, dem 22. Oktober, wurde auf der Frankfurter Buchmesse im Pavillon des diesjährigen Ehrengasts Flandern & die Niederlande die Preisträgerin des Else-Otten-Übersetzerpreises 2016 bekanntgegeben. In diesem Jahr ging der Preis an Annette Wunschel für ihre Übersetzungen von Johan Huizinga. Die von der Flämischen und der Niederländischen Stiftung für Literatur alle zwei Jahre vergebene Auszeichnung ehrt die beste deutsche Übersetzung eines niederländischsprachigen Buches.

Aufgrund des flämisch-niederländischen Ehrengastauftritts waren diesmal, anders als in den Jahren zuvor, gleich drei Kandidaten für den Preis nominiert: Rolf Erdorf für seine Übersetzung von Zwarte zwaan von Gideon Samson, im Januar 2015 als Doppeltot im Gerstenberg-Verlag in Hildesheim erschienen, Ira Wilhelm für ihre Übersetzung von Oorlog en terpentijn von Stefan Hertmans, im August 2014 als Der Himmel meines Großvaters im Carl-Hanser-Verlag in Berlin erschienen, und Annette Wunschel für ihre Übersetzung von In de schaduwen van morgen en Geschonden wereld von Johan Huizinga, im Juni 2014 als Kultur- und zeitkritische Schriften im Wilhelm-Fink-Verlag in Paderborn erschienen.

Die Jury lobte Rolf Erdorf für seine Kreativität und den treffsicheren Sprachgebrauch, mit dem er Zwarte zwaan übersetzt hatte, und Ira Wilhelm für ihren reichen Wortschatz und  ihren exzellenten Satzbau in der Übersetzung von Oorlog en terpentijn. „In einer idealen Übersetzerwelt", so die Jury, „würden alle drei Nominierten einen Preis bekommen." Schließlich fiel die Wahl auf Annette Wunschel und ihre Huizinga-Übersetzungen,  „weil dort Huizingas unverkennbar eigener Stil vollständig zur Geltung kommt. Kunstfertig versteht es Annette Wunschel, die Knetbarkeit der deutschen Sprache bis zum Äußersten auszukosten und mit treffsicherem Gespür immer wieder die richtigen übersetzerischen Entscheidungen zu treffen."

Der mit 5.000 €  Else-Otten-Übersetzerpreis 2016 wurde von Herrn Jan Peumans, Präsident des flämischen Regionalparlaments in Belgien und Frau Agnes Wolbert, Stellvertreterin des Präsidenten des Ständigen Parlamentsausschusses für Erziehung, Kultur und Wissenschaft der Zweiten Kammer des niederländischen Parlaments übergeben.


Der Else-Otten-Übersetzerpreis wurde erstmals im Jahr 2000 auf Initiative der Niederländischen Stiftung für Literatur und des Literarischen Colloquiums Berlin verliehen. Die Auszeichnung wird von der Niederländischen und der Flämischen Stiftung für Literatur finanziert Die bisherigen Preisträger waren Gregor Seferens, Marlene Müller-Haas, Helga van Beuningen, Hanni Ehlers, Waltraud Hüsmert, Andreas Ecke, Bettina Bach, Rainer Kersten und Christiane Kuby.

Der Jury gehörten an: Katharina Borchardt, Literaturredakteurin beim Kultursender SWR2, Lut Missinne, Professorin für moderne niederländische Literatur an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, und Rainer Kersten, Literaturübersetzer und einer der Else-Otten-Preisträger von 2014.

Else Otten (1873-1931), die Namenspatronin des Preises, war im letzten und vorletzten Jahrhundert eine der aktivsten Übersetzerinnen niederländischsprachiger Literatur ins Deutsche. Sie  übersetzte Majesteit von Louis Couperus (Majestät, 1895) sowie unter anderem Werke von Frederik van Eeden, Justus van Maurik und Herman Heijermans.

Weitere Informationen:
Peter Bergsma, Direktor Vertalershuis (Übersetzerhaus) Amsterdam,
Telefon ++31 (0)20 470 97 40, E-Mail: p.bergsma@letterenfonds.nl

Els Aerts, Flämische Stiftung für Literatur Antwerpen
Telefon ++32 475 54 41 40, E-Mail: els.aerts@vfl.be